Jon Faddis (* 24. Juli 1953 in Oakland, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Jazztrompeter, Bandleader und Komponist.
Bereits als Fünfzehnjähriger spielte Faddis in
Dizzy Gillespies Combo beim Jazz Workshop in San Francisco. 1971 wurde er Solist in
Lionel Hamptons Band in New York City und spielte in den Montagssessions der
Thad Jones/Mel Lewis Big Band. Im Februar 1972 debütierte er unter
Charles Mingus in der
New Yorker Philharmonic Hall beim Konzert
Charles Mingus and Friends in Concert, wo er bei der „Little Royal Suite“ für den erkrankten
Roy Eldridge einsprang, was für den 18-Jährigen den künstlerischen Durchbruch brachte. Er trat dann mit
Sarah Vaughan in der Carnegie Hall und mit
Eubie Blake auf der
Annual Colorado Jazz Party auf und musizierte mit den
Big Bands von
Gil Evans und
Count Basie.
In den Folgejahren spielte er zahlreiche Studioaufnahmen ein, mit unterschiedlichsten Musikern wie
Duke Ellington, den
Rolling Stones,
Frank Sinatra, Kool & The Gang,
Luther Vandross,
Quincy Jones,
Billy Joel und
Stanley Clarke. Ab 1983 arbeitete er mit dem Saxofonisten
Greg Osby und dem Pianisten
James Williams zusammen. Von 1987 an war er Solist in Gillespies Bigband und ab 1989 in
Dizzy's United Nation Orchestra. Er ist außerdem musikalischer Direktor der
Carnegie Hall Centennial Jazz Band. 1995 leitete er die
The Majesty of Louis Armstrong Tour des
Lincoln Center Jazz Orchestra. Im Jahre 2000 dirigierte er das San Francisco Symphony Orchestra mit Werken von Duke Ellington.
1997 wurde auf dem
American Music Theater Festival Faddis´ Jazzoper
Lulu Noir (nach Frank Wedekinds Schauspiel) uraufgeführt. Neben zahlreichen Aufnahmen mit anderen Bands erschienen unter seiner Leitung und seinem Namen u.a. die Alben
Hornucopia,
Into the Faddisphere,
Legacy,
Youngblood,
Good and Plenty,
Oscar Peterson & Jon Faddis,
Jon & Billy (mit
Billy Harper) und
Take Double (mit
Clark Terry).